Weitergehen?

„Zeugnis-Ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)
Scholle

Alle gehen weiter – zu neuen Aufgaben …
Überall in der hiesigen ‚Widerstandsszene‘ ist nur noch die Rede vom Frieden, kaum noch von den Verbrechen der Corona-Politik.
Corodok hat dicht gemacht, jedenfalls weitgehend.
Und noch bevor das geringste Bisschen an Aufarbeitung des (proto-)totalitären Corona-Regimes auch nur beginnen kann, wischen alle Verantwortlichen ihr antidemokratisches und menschenfeindliches Tun mit „Wir haben es nicht besser gewusst“ und vernuschelten Pseudo-Entschuldigungen weg. Die Heerscharen der MitläuferInnen schweigen wie immer; vermutlich sind in den letzten drei Jahren ihre Stimmorgane vollends verkümmert wie ihre Sehschärfe.

Ja, nach dem Virus-Krieg tut nun seit einem Jahr der Ukraine-Krieg, was er soll.
Aber weil auch der langsam Abnutzungserscheinungen zeigt (an eine atomare Eskalation traut sich offenbar noch niemand heran), wird schon der nächste, der Klima-Krieg, lanciert (inklusive Habeck-Hammer namens „Heizungskahlschlag“; ich gestehe: Der hat selbst mich kurz gestreift und sein Werk verrichtet, denn ein paar Sekunden lang hatte ich Angst). Wahlweise auch die dann aber wirklich mindestens 50prozentig tödliche Pandemie 5.0 (Schweine- und Vogelgrippen-Viren sind ebenso im Angebot wie die sich seit 25 Jahren dank der Gain-of-Function-Forschung durch große ‚Plastizität‘ auszeichnenden Corona-Viren [Hintergründe dazu in Gunter Franks neuem Buch, das über das „Staatsverbrechen“ der letzten drei Jahre aufklärt und keinerlei Panik schürt]) – oder wer weiß, vielleicht auch die ultimative Selbstermächtigung der Künstlichen Intelligenz, jedenfalls fordern seit gestern 1.000 z.T. sehr berühmte IT-Nerds ein sechsmonatiges KI-Entwicklungsmoratorium, weil sie sich um einen „Kontrollverlust“ des Menschen über seine Schöpfung sorgen.

Alle gehen weiter, weil alles weitergeht, die nächste Spiralwindung hinab.
„Und 65 von 70 Millionen glauben genau das, was man ihnen sagt, u. weitere 4 ½ Millionen fügen sich gleichgültig, skeptisch, resigniert in alles, heute so u. morgen so. Und wer die halbe Million ist, unter der ein Dutzend zur Herrschaft kommen, u. wer das Dutzend ist – das weiß nur – wer, wer?“, das denke ich (mit ein wenig anderen Zahlen).
– Dabei hat es schon Victor Klemperer am 22.10.1945 in sein Tagebuch geschrieben.
Und weiter schreibt er: „Das ganze Reden von Umlernen, Bessermachen, Demokratie etc. etc. ein Schwindel, bestenfalls ein Selbstbetrug.“
(Victor Klemperer: So sitze ich denn zwischen allen Stühlen. Tagebücher 1945 – 1949. Hrsg. v. Walter Nowojski unter Mitarb. v. Christian Löser. Berlin, 1999, Bd. 1, S. 132; Herv. C.L.)

Was also empört es mich, meine ZeitgenossInnen am Werke zu sehen?
Nie war etwas Anderes zu erwarten angesichts dessen, was unsere Großeltern taten: „Das ganze Reden von Umlernen, Bessermachen, Demokratie etc. etc. ein Schwindel“ oder „ein Selbstbetrug“.
Wie sollte sich das nicht vererben?
Noch dazu, wo sich die 84 Mio. vom Säugling bis zum Greis hierzulande doch – bis auf eine Ausnahme von etwa 18 Mio. – einreden ließen, dass es diesmal wirklich um ihr Leben ginge, ohne alle Leichenberge in den Krankenhäusern oder gar auf den Straßen (13 LKWs, die angeblich irgendwo in Italien irgendwelche Särge irgendwohin transportierten, reichten aus).
Doch weil diese höchstpersönliche, völlig irrationale Todespanik einem woken Zeitgenossenschaftelnden natürlich am Selbstwert flickt, darf das nicht so bleiben. Also erfanden sie das um 180° gewendete Wort „Solidarität“. Und blieben dem Tun, Denken und Unbewussten ihrer Großeltern, deren Schwindel und Selbstbetrug, treu.

Was also empört es mich, meine ZeitgenossInnen am Werke zu sehen?

Mich empört, entsetzt und ekelt Selbstbetrug diesen Ausmaßes, der die Grenze des Selbst längst überschritten hat und zur Menschenfeindlichkeit, ja: zur Menschenvernichtung angewachsen ist.
Ich gehe nicht weiter. Ich bleibe hier sitzen. Denn solange wir Menschen nicht endlich aus diesem grausamen Schwindel, aus diesem verheerenden Selbst- und Fremdbetrug aussteigen, wird gar nichts weitergehen, sondern alles sich nur irgendwie immer von Neuem wiederholen.

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