Es hört nicht auf

„Zeugnis-Ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Es hört einfach nicht auf.
Im Gegenteil. Es wird von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr mehr.

Jetzt tun alle so, als sei alles völlig normal.
Alle schlucken alles. Bezahlen alles.
Eine winzige Minderheit, die sich als Majorität empfinden darf, weil die Massen sie mit keinem Protestschrei auf den Mond brüllt – eine winzige Minderheit befiehlt, dass die Massen hungern, frieren, glauben sollen.
Und die Massen tun’s. Meine ehemaligen „FreundInnen“ tun’s. Meine ehemalige Verwandschaft tut’s.

Es hört einfach nicht auf.
All unser Tun ist sinnlos.
Es hört nicht auf.
Und das hier jetzt ist etwas anderes, etwas vollkommen anderes als der Faschismus in Italien und der Nationalsozialismus in Deutschland im 20. Jahrhundert.
Das hier jetzt geht um die ganze Welt herum.

Und hört und hört und hört einfach nicht auf.

Anders ich.

Bald Ferien

„Zeugnis-Ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Einer hatte Geburtstag. Ich habe ihm 25 Jahre lang dazu gratuliert.
In diesem Jahr nicht mehr. Er hat von meinen, wie er voller Abscheu immer sagte: „Querdenker“-Informationen nie etwas wissen wollen, hat am Schluss verlangt, dass ich schweige. – Wie soll da ein Telefonat funktionieren?

Eine hat das Gespräch mit mir nun verweigert. Wir haben 43 Jahre lang miteinander gesprochen. Seit einem Dreivierteljahr nicht mehr. Sie hat von meinen Informationen in dieser Zeit nie etwas wissen wollen, jedenfalls nie darauf reagiert, hat verlangt, dass wir ausschießlich über „Privatleben“ sprechen. – Wenn man keines mehr hat, weil alles politisch geworden ist, wie soll das gehen?

Ich – ich gehe, vermutlich letztmals und seit so ziemlich zweieinhalb Jahren erstmals, noch einmal in die Bismarck-Oper. Sechs Stunden Wagners Meistersinger.
Masken sind vom Hause erbeten.
Ich gehe, vermutlich letztmalig in ein teutsches Opernhaus, die sich alle dem Corona-Wahnsinnsregime unterworfen haben.
Ich habe überlegt, ob ich die Karte, wie immer gemäß der Witwenkasse die billigste und die letzte meines seit zwei Jahren erstmals wieder einlösbaren Billigstkarten-Abos, kaufen soll. In einem Opernhaus, das – wie 80 Prozent der Menschen und Institutionen, die ich kenne – in den letzten zweieinhalb Jahren alles mitgemacht hat, alles an Menschenvernichtung.

Ich habe die Karte gekauft.
Ich will diesmal einen Abschied.

Ich kenne unvermitteltes Todsein.
Ich kenne Totschweigen.
Weil ich das kenne, will ich diesmal einen Abschied! Und was käme da gelegener als knapp sechs Stunden Wagner, während derer vermutlich 70-80 Prozent der OpernbesucherInnen unter ihrer Maske leise röcheln, während ich witwesker Eisbär, natürlich frei Schnauze, einmal noch in meinem Leben abtauche in das Mysterium der aktualen Musikdarbietung.
Einmal noch. Weil ich einen Abschied will, dieses eine Mal will ich einen Abschied!

Denn in eins der das faschistoide Corona-Regime der Kanzler Merkel und Scholz bereitwilligst unterstützenden und nun sich bei der Ukraine-Propaganda nicht minder bereitwilligst beteiligenden teutschen Opernhäuser, Konzerthäuser, Philharmonien, Theater werde ich danach nicht mehr gehen.

Nicht, solange deren Intendanzen, RegisseurInnen, DirigentInnen, MusikerInnen, SchauspielerInnen nicht Zeugnis davon abgelegt haben, dass sie zumindest ansatzweise verstehen, sich an einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit mitschuldig gemacht zu haben.

Für mich wird es andere Kulturrstätten geben, die vom kulturellen Erbe der Menschheit Zeugnis ablegen und es dadurch weiterwachsen lassen.
Sie entstehen.

Und wenn der Herr Scholz und der Herr Habeck und die Frau Baerbock die nicht zerbomben, werden dort KünstlerInnen zu hören sein, während in den Spielhallen des Regimes nur MitläuferInnen – also letztlich meine Großeltern und all ihre nicht-deportierten Nachbarn – zu hören sind auf ihren „E“-Fahrradmaschinen, auf denen sie immer unten treten und oben einen Buckel machen, wie die Damen und Herren Baerbock, Habeck, Scholz, und wie sie nicht alle heißen, auch.

Wenn mich jemand fragte: „Was wünschst du dir?“

„Zeugnis-Ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Wenn mich jemand das fragte, würde ich Egomonster antworten: „Ich wünsche mir Fio, ich wünsche ihn mir zurück.“

Das zu wünschen und damit nicht nur mir, sondern auch ihm, dem toten Lebensmenschen, das zu wünschen, ist egomanisch, ist bestialisch in unserer Zeit, in der ein jeder Toter aus den Generationen unserer noch Lebenden, der diese Zeit nicht mehr erleben muss, vom Glück gesegnet ist.

Ich wünschte damit Fio das Zweitschlimmste, das er je erlebt hätte.
Das Erstschlimmste war für ihn der Krebs, den er sogleich für seinen Tod hielt und damit dazu machte (dagegen war alles und jeder chancenlos).
Das Zweitschlimmste wäre für ihn, in diese totalitaristische, kriegsgeifernde, vernunftamputierte und menschenfeindliche Welt des Jahres 2022, die Menschen gemacht haben (keine Viren, keine verrückten Russenmonster), zurückkehren zu müssen. (Und falls jemand fragt: Ja, ich kannte meinen amîs unde man genug, um das zu wissen.)

Und ich wünschte damit mir selbst das Grauen schlechthin.
Denn des Lebensmenschen Rückkehr in diese Welt wäre ein größeres Grauen,
als die Kriegshetze der teutschen PolitikerInnen und JournalistInnen und sonstigen teutschen Meinungsmach-Eliten es nun seit einem Vierteljahr für mich sind;
ein größeres Grauen,
als der Corona-Totalitarismus der teutschen PolitkerInnen und JournalistInnen und sonstigen teutschen Meinungsmach-Eliten es nun seit zweieinhalb Jahren für mich sind;
und ein größeres Grauen, als Fios elendiges Sterben im Ärztewahnsinn, in Schmerz und Horror und dann sein Tod es für ihn und mich waren.

Aber ich wünsche mir Fio zurück.
Manchmal. In den hoffnungslosen Momenten.
Und immer eingedenk der egomanischen Bösartigkeit, die diesem Wunsch eignet.

Das passiert, weil dieser Mensch mir eine Ahnung dessen gab, was es heißt, nicht auf sich allein gestellt zu sein, sondern ernsthaft teilen zu dürfen und zu können, und wahrhaft teilhaftig zu werden.

Es war und ist eine Ahnung. Nicht mehr. – Nicht weniger.
Kein Mensch sonst hat sie mir zuteil werden lassen.
Diesem Einen, der seit mehr als elf Jahren tot ist, bin ich nicht nur in Liebe verbunden, bis ich selbst sterben werde, sondern auch dankbar für die Kraft, die aus dieser Liebe seit nun sechsundzwanzig Jahren erwächst.

Vielleicht ja doch irgendwann: Venceremos! Und wenn als Flaschenpost – egal! Ich sende das für uns beide jetzt ab.

Wie geht das?

„Zeugnis-Ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Ja, wie geht das?
So vieles an menschlichem Verhalten habe ich mir verständlich machen, mir erklären können: Viele Prozesse in meiner Blutsfamilie, das was beim Lebensmenschen und bei mir während der Krankheit passierte, mein Verhalten und das der „Freunde“ nach dem Tod, bis heute Aktionen und Reaktionen von Menschen, die ich ein wenig kennenlernen durfte, und meine eigenen.
Doch vor dem Verhalten der Menschen, auch und gerade derer, die ich kenne, im Corona-Zeitalter stehe ich ratlos und frage mich: Wie geht das?

Und all die gescheiten psychologischen Analysen, auch die zuletzt von mir hier zitierten, helfen mir nicht weiter.

Denn:
Wie geht das?
Diese mir bekannten Menschen, die sich ‚vor Corona‘ (also vor Februar 2020) definitiv nicht „sinnlos und überflüssig“ gefühlt haben (so ja u.a. Desmets Erklärungshypothese), sind dem Angstnarrativ und dem Gemeinschaftswahn dennoch so derart aufgesessen, dass sie sich spritzen ließen und weiterhin spritzen lassen (und ihre Kinder ebenfalls) – wie geht das?

Diese mir bekannten Menschen glauben also zumindest zum Teil ernsthaft, dass Corona eine für alle tödliche Krankheit sei und dass die Spritzungen „schützen“, was aller zigfach in Studien nachgewiesenen Logik widerspricht – wie geht das?
Und wenn sie nicht daran glauben, machen sie doch dabei mit und schweigen dazu, dass mir, die ich NEIN sage, deshalb Freiheits- und Existenzverlust droht – wie geht das?

Diese mir bekannten Menschen billigen es, wenn mir wesentliche Bürgerrechte entzogen werden, weil ich mich nicht spritzen lasse in dem Wissen, dass Covid19 keine für alle tödliche Krankheit ist und die Gen-Spritzung nicht vor Ansteckung schützt – wie geht das, dass die das billigen, wie geht das?

Diese mir bekannten Menschen billigen es, dass ich kriminalisiert werde, weil ich gegen die Regimepolitik und gegen den Spritzentod von weltweit (mindestens) einigen Hunderttausend 20- bis 40-Jährigen friedlich auf die Straße gehe, die durch ihren Spritzentod die weltweit Hunderttausend 83-Jährigen nicht retten können, die mit Covid wie mit Grippe schicht an ihrem Tod sterben – wie geht das, dass die meine Kriminalisierung billigen, wie geht das?

Wie geht das?

Ich dachte, ich kennte diese Menschen ein wenig.
Dachte, sie verfügten über einen ähnlich wachen Geist, über ein ähnliches Sensorium für Ungerechtigkeit, Unlogik und Unmenschlichkeit, über historische Bildung und jedenfalls rudimentäre Kenntnisse im Bereich von Totalitarismus- und Propaganda-Therorien, ich dachte, sie verfügten über Mut und rote Linien, über ein unerschöpfliches Selbst- und Weltbefragungsreservoir und über ein Gefühl für erstickende Verbote.
Doch ich habe mich in Gänze geirrt.

Und ich muss nun bekennen: Ich verstehe diese Menschen nicht (und kannte sie offenbar nie, auch nicht ein wenig).
Sie sind zum Teil dem Angstmärchen aufgesessen, in dem die Spritze der glitzernde Ritter auf weißem Hengst ist. Und halten sich bis heute die Äuglein zu vor ihrer Dummheit und davor, dass dieser glitzernde Ritter auf dem Schimmel einfach nur entsetzlich flackert (und stinkt), um darüber hinwegzutäuschen, dass er Tod und Versehrung bringt (weshalb er stinkt, wie alle Lügen).

Sind sie dem Angstmärchen nicht aufgesessen, so ließen sie sich entweder aus Bequemlichkeit spritzen (Urlaub, Theater, Restaurant) oder aus beruflichen „Erfordernissen“. Und halten sich nun die Äuglein zu, weil sie sehen, dass der apokalyptische Reiter Tod und Versehrung bringt und womöglich auch ihnen beim nächsten „Pieks“ – also bloß nicht hinschauen, denn noch reitet der Reiter ja an der Mehrzahl vorbei.

Beide Gruppen aber, diejenigen, die Opfer des Angstkultes geworden sind, und diejenigen, die halbwegs augenklar nur die Liturgie dieses Kultes befolgt haben – beide Gruppen haben mitgemacht bei „meiner“ Vernichtung (und „ich“ stehe für etwa 20 Millionen Menschen allein in diesem Land).
Sie haben mitgemacht bei meiner Vernichtung als Mensch.
Sie haben es gutgeheißen oder dazu geschwiegen, dass mir monatelang verboten wurde, ein Restaurant, ein Kino, ein Theater, eine Bibliothek zu besuchen.
Sie haben es gutgeheißen oder dazu geschwiegen, dass mir monatelang verboten wurde, mehr als einen anderen Menschen in meinen Privaträumen zu empfangen.
Sie haben es gutgeheißen oder dazu geschwiegen, dass mir jahrelang verboten wurde, meinen Beruf (normal oder überhaupt) auszuüben.
Sie haben es gutgeheißen oder dazu geschwiegen, dass mir monatelang verboten wurde, gegen diesen ganzen Irrsinn auf die Straße zu gehen.
Sie heißen es bis heute gut oder schweigen dazu, dass ich einem Gerichtsprozess und vielleicht tausenden von Euro „Strafe“ entgegensehe, weil ich gegen diesen ganzen Irrsinn auf die Straße gegangen bin.

Wie geht das?
Dass so viele Menschen, die ich früher kannte und zum Teil heute noch kenne – als direkte Massenpsychose-Opfer oder als MitläuferInnen – gut heißen oder dazu schweigen, dass ich von diesem Staat und damit von ihnen zum Schweigen gebracht werde, wenn ich sage,
dass sie

– sich und ihre Kinder einem irrsinnig gefährlichen medizinischen Experiment unterziehen, das weltweit bereits hunderttausende von Toten und Schwerstgeschädigten gefordert hat;
– unzählige Alte und Totkranke nunmehr zweieinhalb Jahre lang elendig haben in Einsamkeit verrecken lassen und das weiterhin tun und es „Solidarität“ nennen;
– weltweit Millionen zusätzliche Hunger-Tote in Kauf genommen haben und weiterhin nehmen durch ihre zigfach erwiesenermaßen völlig sinnlosen „Corona-Maßnahmen“;
– mehrere Kindergenerationen herangezüchtet haben, die nur noch mund- und mimiklose, mithin gefühlose Humanoide kennen (und jetzt zu zigtausenden in die plötzlich völlig überlasteten psychiatrischen Kinderkliniken eingewiesen werden als suizidal, essgestört, angstgestört, depressiv oder soziophob bis soziopathisch);
– und durch all dies (und noch viel mehr, das ich jetzt nicht erneut nenne) verursacht haben, dass nun jegliche menschliche Grenze hierzulande gefallen ist und die Bundesrepublik Deutschland und ihre Bevölkerung ein Land der Kriegshetze und des Russenhasses und der Atombombenliebe geworden ist.

Wie, verdammt, wie geht das?

Ich habe mir mein Leben bis 2020 erklären können. Habe mir erklären können, warum Fio sterben wollte und warum ich (und in gewisser Weise auch er) das nicht ertrug; habe mir erklären können, warum ich den Kontakt zu meiner Blutsfamilie beenden musste; habe mir erklären können, warum die Freunde uns in der Krankheit oder spätestens mich nach dem Tod nicht mehr ausgehalten haben; habe mir erklären können, warum ich ohne Welt, Sinn und Institut die Habil nicht zuende bringen konnte; habe mir erklären können, warum es passte, dass der von mir einst gewählte Habil-Betreuer sich suizidierte (da war ich schon längst aus dem Geschäft raus); habe mir erklären können, warum der Verleger das WEG SEHEN entgegen seiner ursprünglichen Bereitwilligkeit dann doch nicht publizieren wollte; habe mir erklären können, warum ich nach all dem und in all dem immer noch lebe.
Ich habe mir bis 2020 mein Leben zuindest ansatzweise erklären können. Und das Leben vieler Menschen.

Das kann ich nun nicht mehr.
Mir bleibt nichts als zu fragen: „Wie geht das?“

{Ich habe es gut: Ich muss die Menschen nicht mehr verstehen. Denn ich bin ein witwesker Eisbär.}

Es kann nicht aufhören, das Stück Mensch in mir

„Zeugnis-Ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Ja, es kann nicht aufhören, das Stück, das in mir noch Mensch ist. Es hat mich begreifen lassen, dass ich es nicht verleugnen kann, dass ich es nicht umgehen kann, dass es mein Erbe als ehemalige Gattungsangehörige ist und ein Teil meiner Identität.
Und dass seine Aufgabe darin besteht, Zeugnis abzulegen und gegen das, was es da nunmehr seit zwei Jahren und drei Monaten bezeugen muss, zu kämpfen, denn was da nun seit all dieser Zeit geschieht, ist unmenschlich und mehr noch: es ist unkreatürlich, ist gegen alles Lebendige gerichtet.

~ Fio, mein Liebster, Du bist tot und weder darf ich Dich als Adressaten meiner Not missbrauchen, noch findet meine Not in Dir einen brauchbaren Adressaten. Es ist besser, wenn ich Dich wieder nur in Gedanken heimsuche. ~

Also weiter Zeugnis ablegen hier, und auf der Straße, im Gespräch, in Mails kämpfen für das Überleben der Menschlichkeit, der Lebendigkeit.
Allen Widerständen zum Trotz.
Auch und gerade den eigenen. Von denen ich mir kurz Rechenschaft ablegen muss:

Vergangenheit: Die Erfahrung, dass alles Wesentliche, worum ich je kämpfte, verloren ging, dass also ein jeder meiner Kämpfe (um Wesentliches) vergeblich war.
Gegenwart: Die Zeugenschaft an einem umfassenden Menschheitsversagen. Und deshalb die Notwendigkeit, ein Stück weit Mensch zu bleiben und zu kämpfen.
Zukunft: Da kann ich jetzt lernen aus meiner Erfahrung mit unserem Tod vor elfeinhalb Jahren: Zukunft ist nicht zu planen; Wünschen hat noch nie geholfen; aber ich kann mich verlassen auf mein Gefühl für Recht und Unrecht, und weiß um Ambiguität.
Lebensweltliches: Neuen Laptop endlich erhalten (teuerster ever, mit Touchscreen und ganz neuen Malmöglichkeiten, diesmal aber erstmals ohne neues Textprojekt – wir fremdeln noch); Gasthermenreparatur macht ungeahnte Schwierigkeiten; neuer Unterricht beglückend; große Müdigkeit; Aufgabenlistenschleifenlassen (nur nicht – wie immer – die ‚beruflichen‘); Igligkeit; Erfahrungswiederholungen noch und nöcher, nun auch mit einem für mich „neuen Typ“ Mensch, der offenbar auch nur der alte ist; Lust auf nichts, doch: aufs Meer.

Also geht es hier weiter. Auf dem neuen Laptop (ein neuer war fällig geworden, aber es hätte nicht so ein Luxus-Gerät werden müssen, das nicht mehr nur eine brillante Tastatur bietet, sondern auf dem ich nun auch malen kann).

Ich habe ein Fundstück aus dem Netz mitgebracht:
Ein Interview von James Corbett mit Mattias Desmet, Professor für Klinische Psychologie an der Universität Gent und praktizierender Psychoanalytiker. Desmet hat sich schon mehrfach zu den psychologischen Grundlagen des weltweiten Umgangs mit „Corona“ geäußert und darüber nun ein Buch geschrieben. Er greift darin auf die Theorien zur totalitaristischen Massen-Bildung zum Beispiel einer Hannah Arendt zurück.
Was mich in dem Interview überrascht hat: Mattias Desmet bietet nicht nur eine sehr luzide psychologische (oder besser: psychoanalytische) Analyse der Entwicklung der letzten bald zweieinhalb Jahre, sondern er entwirft dort auch eine ‚praktische Anleitung‘, wie dagegen anzukämpfen ist:
dadurch, dass wir, die wir eine andere als die offizielle Perspektive auf das Geschehen haben, nicht damit aufhören, unsere dissonante Stimme zu artikulieren. Denn auch wenn wir dadurch die Corona-Massenpsychose nicht aufheben können, so werden wir doch, wenn ein jeder von uns beständig daran erinnert, dass es neben der vorherrschenden Meinung auch noch andere Meinungen gibt, dafür sorgen können, dass dieser Sachverhalt nicht aus der Welt geschafft werden kann.
Und mich hat auch überrascht, dass Desmet, ein Intellektueller im besten Sinne, daran erinnert, dass wir die Welt – bis hin zur atomaren Ebene – letztlich nicht rational erklären können. Doch er ist halt ein gewiefter Psychonalytiker.
https://www.corbettreport.com/desmet-massformation/

Q.e.d.: Ich habe mir seinen Appell zu Herzen genommen.

Mein liebster toter

Fio,

alles wird immer irrsinnger. – Ja, dass das noch geht, überrascht selbst mich.

Neuerdings verlautbart eins der allerersten und allertreusten Propagandamedien, der Berliner „Tagesstürmer“ (thx. und Copyright @ Gris), dass an Klabauterbachs Kompetenzen Zweifel angemeldet werden dürfen.

Da verlassen aber keine Ratten das sinkende Schiff. Das ist einfach business as usual. Und das habe ich vor etlichen Jahren von Dir gelernt, Liebster. (Nur ging es damals im Unterschied zu heute um peanuts.)
Könnte also sein, dass das mit den „Affenpocken“ – und ich hab’ gleich gedacht: „Das ist nun selbst für die dämlichste Annalena oder Ricardaemilia und für den dümmsten Janoschochsen oder Cemanton to much“ –, könnte also sein, dass das mit den Affenpocken dem amtierenden Gesundheitsminister dieses aufgelösten Landes nicht durchgeht.

Und, Liebster, stell Dir vor: Es könnte sein, dass der WHO ihr Weltversklavungsplan (noch) nicht durchgeht. (Viele Informationen zu diesem etwaigen Scheitern habe ich bislang nicht, drum gedulde Dich, wie ich mich da gedulden muss; aber es gibt erste Indizien – und fast wage ich nicht, von ihnen Dir, mein toter liebster Fio, hier zu schreiben. Denn so oft ist in den letzten zwei Jahren der Menschlichkeit Flämmchen fast von der Menschengattung ausgeblasen worden. Und ein jeder dieser Buchstaben hier ist ein winzigkleines, zittriges Menschlichkeitsflämmchen.)

Und, mein Liebster,
toter Fio,
im Angesicht des Krieges, der seit drei Monaten all die Verlogenheit, den Egoismus und die Unmenschlichkeit der menschlichen Gattung wieder einmal zu Tage fördert (die doch aber seit ewig zutage liegen für einen jeden, der Augen im Kopf und einen Kopf zum Denken hat) – im Angesicht dieses neuerlichen Krieges zagen und zittern vielleicht neue Bündnisse herauf.

{ Zum „Bund“, „Bündnis“ sollte ich endlich einmal Klaus Heinrich zu Ende lesen! }

„Wir“, mein Liebster, wir (und Du weißt, wie sehr ich vor diesem „Wir“ prinzipiell und gerade jetzt wieder zurückschrecke) machen etwas im Angesicht dieses Krieges.
Und es könnte sein, dass „wir“ jetzt Verbündete finden, die sub corona uns für Nicht-Menschen, nämlich für (und ich zitiere, freilich nicht vollständig) „Schwurbler“, „Covidioten“, „Virenleugner“, „Impfgegner“, „Staatsdelegitimierer“, und „Blinddärme“ hielten. (Warum wir alle von denen in der zitierten maskulinen Form adressiert wurden, mein liebster Fio, das weiß ich nicht. Vielleicht denken sie insgeheim, dass Frauen so schwach sind, dass sie sich immer auf die Mehrheitsseite, mithin zu ihnen, flüchten.)

Es könnte also sein, dass da inmitten dieses den Corona-Wahnsinn übersteigenden Kriegsirrsinns Bündnisse geschmiedet werden gegen diesen Kriegsirrsinn, der die ganze Welt zu vernichten droht.

Mein liebster Fio,
Du weißt: Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
Du weißt, denn es war unsere Hölle, an [nicht: in!] der Du gestorben bist: Ich bin durch eine danteske Hölle gegangen und habe das nicht wirklich überlebt.
Du weißt: Ich denke an Dich, an uns. An alles, was wir uns waren. An alles, was wir uns nicht geben konnten (und über vieles davon sprachen wir, über das Wesentliche nie, denn dafür gibt es keine Worte).
Und Du weißt: Ich sammle Gründe, sammle Mut. Jetzt ähnlich wie damals, als wir gingen.
Wisse auch: Anders als damals, als wir krebsbeschädigt und dann zu Tode gebracht worden waren, erlebe ich seit einem Dreivierteljahr Menschen, die – weil sie, genauso wie ich schon lange, nunmehr gattungsgeschädigt sind – aufstehen, Widerstand leisten, Lebenszeit (und Geld) geben, um die aktuelle Entwicklung der Gattung zu stoppen und dann zu ändern.

Mich lässt das staunen.
Und da muss ich an Dich denken. (Darüber würdest Du nicht staunen.)

Weil mich die Menschheit ekelt, keine Blogeinträge mehr

Mein liebster, toter Fio,

was wende ich mich denn nun wieder an Dich?! So oft hab’ ich mir vorgenommen, Dich nicht mehr zu adressieren, denn Du bist ja tot, jetzt seit elfeinhalb Jahren. Und fast ein jedes Mal, wenn ich Dich in all den Jahren adressierte, erschien es mir als Verrat an Dir, der Du nicht mehr antworten kannst.
Lange Zeit hatte ich damit auch aufgehört.

Jetzt aber werde ich Dir wieder schreiben.
Denn jetzt fehlst Du mir wie vielleicht noch nie. Jetzt hat sich endgültig erwiesen, dass ich auf keinen Menschen mehr treffen werde, der mir so zu antworten bereit wäre, wie Du es immer warst. Und jetzt, nach bald 12 Jahren des Todes, habe ich Dich und viele – keineswegs alle, aber viele – Deiner Antworten ganz sicher in mir (ist ja auch nicht ganz so schwer, waren Deine Antworten doch oft tastend, nach vielen Seiten offen und fast immer zärtlich – meine waren und sind häufig anders; ja: Wir haben uns gut ergänzt, Liebster, toter Liebster).

Warum schreibe ich Dir nun wieder?

Es wird von Tag zu Tag entsetzlicher.

Deshalb schreibe ich Dir, der Du das nicht mehr erleben musst; der Du mir nun so fehlst wie damals nach Deinem Tod (vielleicht mehr); der Du, würdest Du leben, auch nicht mehr wüsstest, wie.

Der Zivilisationsbruch ist ja schon längst eingetreten (mit der Angst-induzierten Massenpsychose seit März 2020; oder mit der Wegsperrung der Alten, der Kranken, der Sterbenden ebenfalls seit März 2020; oder mit der systematischen Vernichtung von Reputation und Arbeitsmöglichkeiten von WHO-, Gates-, WEF- und regierungskritischen Geistern, die ebenfalls seit März 2020 durch die After-Medien und ihre vorkorporalen ParlamentarierInnen als „Nazis“, „Schwurbler“ und „Covidioten“ gebrandmarkt wurden; oder mit der Aberkennung der Menschenrechte für kritische Menschen im Laufe von 2020/21; oder mit der in etlichen Fällen nachgewiesenermaßen und vom Bundesverfassungsgericht eingestandenermaßen, aber nunmehr dennoch dekretierten, TÖDLICHEN Zwangsspritze für medizinisch tätige Menschen seit 2022).

Der Zivilisationsbruch ist längst eingetreten.

15 bis 20 % der Menschen sehen ihn.
Und versuchen verzweifelt – zunehmend verzweifelt – ihn rückgängig zu machen, also die in so vielen Jahrtausenden mühsam erarbeitete menschliche Zivilisation, die Menschlichkeit nun nicht von den 0,002% ganz oben vernichten zu lassen (den Schwabs, Gates’, Blackrock-Chefs, Vanguard-Chefs, den Bezoz’, Soros’, Musks, Zuckerbergs und wie die anderen etwa 507 Personen heißen mögen, aus denen der Menschheit „oberste“ 0,002%, oder vielleicht auch 0,00002% bestehen).

80, vielleicht auch 90 % der Menschen sind entweder zu dumm oder zu bequem oder zu feige, überhaupt hinzusehen.
Diese 80 Prozent der Menschen (darunter alle, die Du und ich in unserem alten Leben kannten, Fio) – sie haben den Zivilisationsbruch ermöglicht. Ja mehr noch:
Sie haben aktiv gebrochen mit aller Menschlichkeit.
Sie sind nur noch Mensch: feige, erbärmliche, sich selbst belügende Kreaturen.

Mein liebster, toter Fio,
Du musst das nicht mehr erleben, und ich bin froh drum.

Und ich bin auch froh darüber, dass Du mich in diesen Zeiten nicht mehr erleben musst.
Mich ekelt diese Gattung „Mensch“ so wie nie. (Du weißt, dass das was heißt.)
Ich freue mich über jeden, der an der Spritzung krepiert, wünsche jedem, der nun freudig oder „aus Gruppendruck“ (also aus Feigheit) zur 4. Spritzung antritt, einen der ungezählten schweren Impfschäden, und hoffe, dass Putin bald als Mensch reagieren und sich und diese alles Lebensrecht verwirkt habend Gattung von der Erde ausradieren möge.

Es küsst Dich, mein liebster, toter Fio, ganz
Dein c

PS: Heute habe ich den Balkon bepflanzt. Jaja, mir ist diese ganze völlig perverse Menschenwelt so komplett egal, dass ich noch einmal den Balkon bepflanzte.
Dein Gras – weißt Du noch: 2004 unser erster gemeinsamer Gärtnereibesuch in Berlin? –, es überdauert bis heute. Und solange es mich noch gibt, werde ich ihm im Frühsommer ein paar Blümchen an die Seite setzen.
Doch ich bin gewiss: Wenn diese Stadt zerfallen sein wird (und das dauert womöglich nicht mehr lange), dann wird das von Dir damals ausgewählte Gras – oder ein anderes – auf ihren Trümmern wachsen. Vielleicht atomar gepusht, vielleicht dürregetrieben.
Und Du hast es damals nur ausgewählt (und bezahlt haben wir es beide). Du hast es nicht gemacht, so wenig, wie ein Vater, eine Mutter ihr Kind „machen“.
Das leuchtete damals uns beiden auf, bei unserem ersten Gärtnereibesuch in Berlin. Auch dieses Leuchten glimmt bis heute in mir nach, und auch dafür liebe ich Dich, toter Fio.

„Zeugnis-Ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Was das heißt.
„Bis zum letzten“. – Wann ist das denn?

Nachdem man auch dem letzten „Verwandten“ noch die Beziehung aufkündigen musste, als er einen zum hundertsten Mal „Querdenker“ nannte und nur noch von sich sprechen wollte oder über das Wetter?
Nachdem die einst beste Freundin, die sich seit bald einem Jahr nicht mehr meldet, nun nochmals angeschrieben (und ein face-to-face-Gespräch verweigernd), bis heute davon ausgeht, dass man es nur mit verschiedenen „Fokussierungen“ zu tun hätte.

Wann habe ich „bis zum letzten“ mein Zeugnis abgelegt?

~ ~ ~
Noch ein Zeugnis, hier: https://multipolar-magazin.de/artikel/die-abschaffung-der-seele
Und noch ein Zeugnis, hier: https://norberthaering.de/news/soziale-mega-maschine/
Und noch ein Zeugnis, hier: https://www.nachdenkseiten.de/?p=83648

Mir scheint, ich habe nun bis zum letzten, bis zu meinem Letztmöglichen, mein Zeugnis abgelegt.

Diese völlig pervertierte Menschheit macht weiter in all ihrer Perversion.
Die Milliarden von Menschen, die nicht der Mehrheitsmeinung dieser pervertierten Menschheit sind, tun mir leid. Aber so ist das Leben: Sinnlos.

{ Ich habe jetzt – anders als nach diesen unmenschlichen 15 Monaten des „Krebskrepierens“, die für Fio und mich ein Krepieren inmitten der wegsehenden, uns bekannten menschlichen Gemeinschaft und ein Krepieren an ihren Ärzten war – auch keine kleine Lust mehr auf die Menschheit. Die so bereitwillig danach lüstet, sich selbst abzuschaffen.
Ekel und etwas, für das es kein Wort gibt, bleiben mir. Sinnlos beides. }

~ ~ ~
Eine portugiesische Brandung – tonlos, bildlos, nur als „Erinnerungswort“ – kommt mir in den Sinn. Bringt mich auf die Knie:
So gern wäre ich noch einmal an so einem Meer.
Sinnlos. Dieser Gedanke. Inmitten dieser Menschheit sinnlos!

Doch was interessiert mich diese Menschheit.
Vor ihr habe ich – ungehört – Zeugnis abgelegt.
Von zig ihrer ExponentInnen bin ich wortlos beerdigt oder wortreich verfemt worden.

Nun bin ich frei wie nie.

Was meine Großeltern mich gelehrt haben

„Zeugnis-Ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)
Lehren

Mein einer Großvater war ein Langzeit-Toter, der andere war beglückt, wenn ich auf seinem Schoß saß und ihn an seinen behaarten Ohren kraulte. Beide waren mir unheimlich, da so mit drei, vier, fünf.
Auch der Ohrenkraulbeglückte starb dann. Ob ich da schon in die Schule ging, habe ich vergessen.

Die Großmütter habe ich länger erlebt. Die eine gar, bis ich Anfang 20 war.
Zu reden war nie. Mit keiner. Nie über ihre besten Jahre da von 1933 bis 1945.

Sie haben mich gelehrt:
Was Schweigen ist. Schuld. Und Verzweiflung. Und dass sich all das vererbt.

Ohne es mir je schwören zu müssen, weiß ich: Ich werde anders sterben als meine Großeltern, denn ich versuche – so gut ich es vermag –, anders zu leben.
Ich versuche, nicht zu schweigen.
Ich versuche, mir meine Schuld anzusehen.
Ich versuche, die Verzweiflung bei mir zu behalten und dort zu balancieren.

Sollte es mir gelingen, diese Versuche weiterhin zu praktizieren, könnte es mir gelingen, anders zu sterben als meine Großeltern.
Selbstbestimmt.

Mein Grab kenne ich. Es liegt in einem südpfälzischen Dorf. In ihm liegt – in etlichen Metern Tiefe – bereits mein amîs unde man Fio seit über elfeinhalb Jahren. Ich werde einen oder anderthalb Meter über ihm begraben werden. Es wird keine Trauernden geben. Mein sich zersetzender Leib, später dann meine Knochen werden auf seine Knochen durchsickern.

Ich lebe anders als meine Großeltern. Ich versuche, zu unserem totalitaristischen Unheil nicht zu schweigen; versuche, zum Kriegswahnsinn nicht zu schweigen; versuche, als aufrechter Mensch mit zwei Augen, zwei Ohren und einem Mund zu leben und nicht wegzusehen, wegzuhören, nicht zu schweigen. – Letztlich Ars moriendi. (Also allerletztlich: Egoismus. Und da bin ich dann doch wieder ganz in meiner Familie, trennt mich nichts von meinen Großeltern. Sie alle wollten „letztlich“ nur einen guten Tod. Keiner hat ihn bekommen. Doch wenn von uns allen niemand ein „gutes“ Leben haben konnte, so besteht in der Enkelgeneration durchaus die Hoffnung auf einen guten Tod: selbstbestimmt, klar und wenn auch nicht gänzlich ohne Angst, so doch ohne Qual.)

Mein Großeltern, all ihr Totschweigen, Mitlaufen und ihre elendigen Tode haben mich gelehrt:
Menschsein heißt höchstes Risiko. Menschlich sein. Eigenständig leben. Und dann (wenn möglich) selbstverantwortet sterben.

{Und vermutlich tue ich meinen Großeltern Unrecht. Vermutlich hatten sie in all diesen Jahren des unmenschlichen Schreckens auch klare Momente und gute Taten. Doch warum haben sie nie davon erzählt, auch nicht, als ich sie fragte, die eine Oma, die noch lebte? Vielleicht also tue ich ihnen auch nicht Unrecht, und sie waren so.}

Menschsein heißt höchstes Risiko. Menschlich sein. Eigenständig leben. Und dann (wenn möglich) selbstwillig sterben.