Eines Anderen Geburtstag


„Zeugnis ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Vor 16 Jahren hatte der Lebensmensch heute – an seinem Geburtstag, dem 47. – noch genau zwei Monate und 14 Tage zu leben.
Wir waren bereits an seinem Geburtstag von dem hinter uns liegenden Jahr des Ärzte-Irrsinns und der Schmerzen zermalmt, hatten seit einem knappen Monat die neue, die laut „Experten“ zu 70, zu 80, zu 90, zu 100% „tödliche Diagnose“ (die nie wirklich bestätigt wurde: Ärzte meinten, etwas Zelluläres gefunden zu haben, so wie sie zweieinhalb Jahre zuvor gemeint hatten, nichts Zelluläres gefunden zu haben …).
Wir feierten jenen Tag so kampfbereit wie nie und so verhalten, wie ein Küstennebel alle Gischt dämpft. Nur wir zwei, ein Buch, eine Blume, ein ‚Schonkost‘-Abendessen, das anders auszusehen ich mir alle Mühe gab, wie immer.
Seine Familie rief aus der Ferne an. Die wenigen noch verbliebenen hiesigen und fernen Freunde – Ärzte-Irrsinn und Schmerzen lassen die Betroffenen nicht nur aus Zeit und Welt fallen, sondern lösen auch alle oberflächlichen Freundesbande – riefen ebenfalls an; manche von diesen wenigen Verbliebenen hatten sich kurz zuvor schon endgültig auf E-Mails verlegt.
Wir waren bereits von Anfang des Ärzte-Irrsinns und der Schmerzen an aus allem herausgestürzt. Aus Welt, Zeit und Kontakt. Wir waren allein.
Und jetzt beobachteten wir, wie wir allmählich auch noch aus unserer ureigensten Sprache der Liebe stürzten. In nicht nur eine Stille, sondern in ein vernichtendes Schweigen.

Ich versuchte, irgendwann in den letzten Wochen, Tagen, dagegen anzuschreien.
Er – war da schon, wo? Irgendwo jenseits. (Vielleicht wegen des Besuchs kurz zuvor, eine ehemalige Vertraute, eine Ärztin obendrein.) Er hörte mich nicht mehr. Er war ganz Ärzte-Irrsinns- und Schmerzensangst.
Und ich sah ihn nicht mehr.
Fand und sah ihn erst ganz kurz vor dem Tod wieder, obwohl wir jene Tage zusammen verbracht hatten wie all die Zeit des Sterbens zuvor: blind.

Am Ende fanden und sahen wir uns noch einmal kurz.
~ ~ ~

Ganz am Anfang des Ärzte-Irrsinns und der Schmerzen konnte ich noch schreiben, was unsere Sprache der Liebe auszudrücken imstande war. Das galt auch am Ende.
Und es gilt bis heute.

Immer mal wieder zum Beispiel
ein Raunen im Muschelkalk meiner Knochen,
ein warmer Geschmack auf der Zunge,
ein halber Herzschlag weniger,
ein samtiges Kalottenschmiegen des Hirns,
ein blaues Ziehen im Bauch,
ein Prickeln hinterm Auge,
ein Sonnengleißen über den Lungen,
ein Gehobensein aus meiner Haut,
wenn ich an einen denke.

(© Corinna Laude, 2009 im August)

PS: Ich habe begonnen, Engel zu sammeln. – Der Erwerb der Jahreskarte der Staatlichen Museen war eine gute Entscheidung, denn dort, speziell in der Gemäldegalerie, finden sich die dollsten Engel. Und wenn ich mir den da oben so ansehe, frage ich mich, ob er damals mit mir zu telefonieren versuchte. Oder vielleicht heute.

Demnächst „Geburtstag“

„Zeugnis ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Demnächst habe ich „Geburtstag“, es wird sich also der Tag, an dem mich meine Erzeugerin in die Welt würgte (und mit Verlaub, aber eine „Geburt“ ist fast immer ein In-die-Welt-Gewürgt-Werden, wenn’s nicht gerade eine Sturzgeburt ist), wiederholen.

Schon immer war ich dafür, an diesem Tage die Erzeugerinnen – hierzulande „Mütter“ genannt – zu feiern, denn die von ihnen in die Welt gewürgten Kinder können ja nun wirklich nichts dafür!
In diesem Jahr wird es der 16. In-die-Welt-Gewürgtsein-Tag nach dem Tod meines „amîs unde man(Hartmann von Aue: Erec, etwa 1180/90), meines Lebensmenschen sein (den meine Erzeugerin übrigens zutiefst hasste).

Nicht erst seit 16 Jahren weiß ich, dass ich nie in diese Welt hätte gewürgt werden dürfen durch diesen Menschen, der während seines Lebens Wert darauf legte, dass ich ihn „Mutter“, besser noch „Mama“ nannte. (Das habe ich diesem mich zuvor nur noch verunglimpfenden Menschen in den letzten 15 Jahren verweigert, wie jedes andere Wort, wissend, dass dieser Mensch zutiefst beschädigt war, und voller Mitleid mit ihm, aber um mein Überleben kämpfend. Und nun ist schon seit längerem eine entspannte Stille, denn auch hier wirkte wieder der Tod sein Werk.)

Seit dem Tod meines Lebensmenschens weiß ich, dass es keine Gnade gibt.
Außer der, die ich – allem zum Trotz und vermutlich durch die Liebe meines Lebensmenschen wachgeküsst – in mir trage und zu verteilen versuche, immer noch manchmal stolpernd über den tief und schon vorgeburtlich in mich versenkten Hass meiner Erzeugerin auf alle Menschen.

Und außer aller Vernunft und allem Verstand, die ich schon immer in mir tragen durfte und deren Herkunft mir unbekannt sind.

Löwe mit Aszendent Zwilling – hm, und nö: Ich glaub’ auch da nicht dran!

Neues Format

„Zeugnis ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Immer noch verschließt sich mir, wessen es bedarf, damit ich wieder weiß&spüre, was zu tun ist.
Jetzt jedenfalls ist das nach langer Zeit wieder geschehen.

Ich habe so lange Zeit nach dem Auseinanderbrechen (wieder, weil ein Mensch seine eigene Wahrheit nicht ertrug) nach einem neuen „Format“ für meinen Teil unserer einst gemeinsamen Arbeit gesucht.
Und lange davor schon war ich auch ganz bei mir und für mich verstummt.

Jetzt fügt sich alles.
Denn es ist doch völlig klar: Nicht mehr Rezitation fremder, nur teilweise anverwandelter Texte, sondern in allem Eigenes.
Es war doch völlig klar (warum ist das fast immer erst im Nachhinein zu sehen?).


„Zeugnis ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Mir fehlen zunehmend die Worte.

Wegen der anwachsenden Kriegsgefahr, ausgelöst durch den Irrsinn unserer herrschenden Eliten. Man lese dazu jüngst den offenen Brief des US-Ökonomen Jeffrey Sachs an Bundeskanzler Merz: https://www.berliner-zeitung.de/article/jeffrey-sachs-an-bundeskanzler-merz-verhindern-sie-offenen-krieg-mit-russland-10038620

Und weil mir diese herrschenden Eliten das bisschen Geld, das ich als Integrationskurslehrkraft verdiene (brutto in den letzten paar Jahren etwa 16.000 Euro pro Jahr [für einen halben Integrationskurs], davon gehen rd. 5.200-5.500 für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung ab, die ich als „Selbstständige“ zu 100% allein zahlen muss; der Herr Dobrindt verdient im Monat als Minister etwa 18.000 Euro), nun abdrehen:
Herr Innenminister Dobrindt hat mit seinem handstreichartigen Kahlschlag der Integrationskurse dafür gesorgt, dass ich in diesem Jahr mindestens 40% weniger verdienen werde – bestenfalls; vielleicht ‚darf‘ ich nun auch gar nicht mehr arbeiten, denn der Herr Dobrindt hat das parlamentarisch bereits bewilligte Budget für Integrationskurse in Höhe von 1,3 Milliarden (2026) von eigener Hand auf 600 oder 650 Millionen zusammengestrichen – und damit auch über die Hälfte der Lehrkräfte.

#IntegrationskurseRetten (und ihre Lehrkräfte)

PS: Meinen letzten Kurs habe ich mit 89% Erfolgsquote beim Sprachtest beendet; die VHS liegen im Schnitt bei 50-58%. Jetzt bin nicht nur ich existenzgefährdet (das kenne ich seit 16 Jahren), sondern auch mein privater Träger und dessen etwa 55 Mitarbeiter/Lehrkräfte, die meisten davon zwangsselbstständig und mithin nicht arbeitslosenversichert.

Sprachlosigkeit

„Zeugnis ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Lange herrschte hier Schweigen. Ohnehin immer seltener schrieb (und sprach) ich in der letzten Zeit.
Sprachlosigkeit macht sich schon lange breit.
Das akzeptiere ich nicht, noch nicht!

Ich habe jetzt die D-Taste an meinem Thinkpad wieder angeklebt (sie hatte nicht mehr funktioniert, daraufhin nahm ich sie ab, um sie zu reinigen, was zum Herausspringen eines gebrochenen Plastik-Rähmchens führte, so dass ich dachte, die ganze Kiste sei nun im Arsch. Nö! Einfach improvisieren. – Das erscheint mir exemplarisch).

Ich spüre, dass ich suche: Nach einem neuen ‚Format‘, nun, da die Drei Kassandras Geschichte sind, weil auch dort die eigene Wahrheit nicht ertragen wird; nun, da Dobrinth (Innenminister, CSU) mit den Integrationskursen auch meine Verdienstmöglichkeit im Begriff ist zu schreddern, weil er AfD-Stimmen abfangen und durch die Streichung der Integrationskurse um bis zu 75% ein paar Millionen (durch’s Parlament bereits bewilligte!) Euro für den Zig-Milliarden-Haushalt der Merz/Klingbeil-Regierungskatastrophe einsparen bzw. an den Pimmel-Pianisten Selenskyj und seine goldenen Klos und Riesenvillen und für dessen unter anderem von ukrainischen Faschisten mit Menschenmaterial versorgtem Fleischwolf namens Krieg auszahlen möchte.

Ich suche in mir. Noch habe ich nichts gefunden, nichts außer wachsendem, sprachlosem Zorn.

PS: Mein aktueller Integrationskurs hat beim Abschluss-Sprachtest das beste Ergebnis in meinen 11 Jahren Lehrtätigkeit in diesem Bereich erzielt:
89% haben ihn mit B1 bestanden (18 von 16 TeilnehmerInnen), fast alle B1er haben ein „sehr gutes B1“ gemacht.
Nächste Woche endet er. Und ob ich dann in drei Wochen wie ursprünglich vom Träger geplant einen neuen Kurs starten kann, ist wegen Dobrinths Kahlschlag des 26-Jahre alten, trotz aller berechtigter Detail-Kritik ziemlich erfolgreichen Integrationskurs-Systems mehr als fraglich.

Besser allein

„Zeugnis ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Inmitten des nun völlig frei flottierenden Irrsinns der menschlichen Gattung, die den gier- und machtgetriebenen Perversionen ihrer „Eliten“ nichts mehr entgegensetzt, sondern sie Kinder genauso schänden und morden lässt wie Staaten,
inmitten all dessen merke ich wieder: Gut, dass ich allein bin.

Das Projekt „Drei Kassandras“ ist beendet. Wie immer hatte niemand der anderen den Mut, das auszusprechen, es wurde einfach ‚geghostet‘, denn man muss ja dies und das und jenes.

Gestern war die erste „Friedensradfahrt“ diesen Jahres (die 25. insgesamt; ich nahm an ca. 5-10 bisher teil).
Herrliches Wetter – endlich!
Und Premiere für’s neue flitzerote Fahrrad, das ja ein wenig ‚vornehmer‘ und nicht mehr ganz so flitzerot ist wie das alte. Trotz all der Tram-Schienen in Ostberlin und meiner etwas problematischen Friedenstaubenfahne (im letzten Jahr blieb sie während einer dieser Touren unsanft an einer Tram hängen, doch außer einem heftigen Knall passierte nichts) ging alles gut.
Auch dort merkte ich: Gut, dass ich allein bin.
Ich habe kaum noch das Bedürfnis, mit jemandem zu sprechen. Oftmals empfinde ich sogar Widerwillen, wenn ich mit Menschen reden muss (glücklicherweise nicht im Arbeitskontext; davon muss ich auch bald noch einmal Zeugnis ablegen, denn die Perversionen der Eliten sind auch dort wieder einmal zu spüren).

Doch noch einmal Leben Nr. 1?

„Zeugnis ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Einer der wenigen, die mir wichtig waren,
hat es nie fertiggestellt, er hat nur immer
darüber gelesen, von Vorlesung zu Vorlesung,
und es sind keine Mitschriften publiziert worden,
denn es ging nicht um die menschliche Gattung,
nur um die mittelalterliche Literatur.
– Dass in ihr das Wesentliche der menschlichen Gattung
erst entwickelt, dann verhandelt wurde (und beides nicht zum ersten Mal),
wen interessierte das damals an den Unis, wen heute noch?

~ Vielleicht schreibe ich doch noch einmal „wissenschaftlich“? Einmal.
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Nö, besser nicht: „Wissenschaft“ ist völlig diskreditiert. (Und schon zu meiner Zeit durfte man nichts ungestraft schreiben, was den Alpha-Männer-Forschungskonsens von der „Alterität des Mittelalters“ in Frage stellte.
Heute, 15 Jahre nach meinem Ausscheiden aus dem Wissenschaftsbetrieb, denke ich nicht, dass ich mich noch auf dessen neue Idiotien einlassen möchte.)

Übrigens hielt seine Frau, eine im dt. Kulturbetrieb hochangesehene Literaturkritikerin, die „Inzidenzen“ tatsächlich für jene Zahlen, die besagen würden, wie viele Menschen mit „Corona“ auf der Intensivstation liegen.
Er lebte da noch, war aber bereits seit langem jenseitig. Doch ich bin mir nicht sicher, ob er nicht genauso gedacht hätte, hätte er da noch denken können.
Fast alle, die sich einst zugutehielten, Wissenschaft zu betreiben, sind 2020 auf Panik-Propaganda hereingefallen.

Nö. Ich habe im Wissenschaftsbetrieb nichts mehr verloren. Dort gibt es keine Wissenschaft mehr.

Petition gegen den von der EU über Menschen gebrachten ‚zivilen Tod‘ namens „Sanktionierung“

„Zeugnis ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

Die EU-Granden ‚sanktionieren‘ jetzt Menschen, die eine andere Meinung haben als sie selbst, und / oder offen Kritik ihnen gegenüber auszusprechen wagen.
Was heißt „sanktionieren‘? – Das heißt: ‚ziviler Tod‘: Tod als Bürger und Mensch!

Die Granden der EU-Kommission sperren deren Konten, erteilen ihnen Reise- und Berufsverbot und bedrohen sie bei ‚Zuwiderhandeln‘ sowie Menschen, die ihnen helfen wollen, mit horrenden Geld- und Gefängnisstrafen.
Und das alles, ohne die Betroffen vorab darüber zu informieren, geschweige denn, ihnen die Möglichkeit einzuräumen, dagegen Beschwerde einzulegen oder gar sich auf juristischem Wege dagegen zu wehren (ihren Anwälten werden die Treuhandkonten ebenfalls gesperrt).
Zuletzt betroffen war ein Bürger aus der Schweiz (bekanntlich kein EU-Mitglied): Jacques Baud, ein Militär- und Geheimdienst-Experte; der deutsche Journalist Hüseyin Doğru darf mittlerweile für seine 5 Kinder (darunter 2 Säuglinge) keine Nahrung mehr kaufen.

Eine der Kassandras hat eine Petition dazu verfasst, die ich vollumfänglich unterstütze:
https://www.openpetition.de/petition/online/petition-gegen-die-eu-sanktionierung-von-privatpersonen-innerhalb-und-ausserhalb-der-eu-2
Und ich bitte darum, sie zu unterzeichnen und weiterzuverbreiten.

Jeder kann der nächste sein, dem das passiert!

Hier weitere Informationen:
– zu dem deutschen Journalisten Hüseyin Doğru: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/eu-sanktionen-journalist-hueseyin-dogru-existenzminimum-li.10013713
– zu dem Schweizer Oberst Jacques Baud: https://free-baud.org/

Mittags, nach dem 30. Dezember

„Zeugnis ablegen bis zum letzten.“ (Victor Klemperer)

war eine heilige Zeit.

Das ist jetzt 29 Jahre her.
Ich wünsche mir zunehmend dringlicher, nicht erleben zu müssen, wie es 30 Jahre her sein wird.
Doch ich weiß: auch und vermutlich gerade aus jener heiligen Zeit, die sich dann über knapp 14 Jahre erstreckte, stammen meine ‚Kraft‘ und ‚Unerschrockenheit‘.

~ ~ ~

Ihnen verdanke ich auch alle Analysen, alle Klarsicht, alles Bemühen darum, das Projekt „Aufklärung“ mit meinen bescheidenen Mitteln weiterhin zu befördern.
So auch hier, wo ich die profunde Analyse eines Medizinprofessors und wachen Geistes zu den gesellschaftlichen Wurzel dessen, was uns in der Corona-Zeit ‚überkam‘ zusammenzufassen versuche, damit sie unter die Leute kommen möge:
https://e.pcloud.link/publink/show?code=XZWTKNZJrg5MHrEICLEy8M7VeRLskA17Bzk
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Übrigens gibt es ein neues flitzerotes Fahrrad.
Unfreiwillig, denn das alte war einfach grandios. Doch es ließ sich nach 17,5 Jahren nicht mehr reparieren.

Auf dem neuen nun flitze ich aber sogar wie auf einem Thron …
Auch das Schweinchen war schon drauf.