Begegnungen, die Ekel auslösen

257 Muss nix mehr

Nachdem ich der Ex-Kollegin, die sich damals vor 15 Jahren wie so manche aus Karrieregeilheit für alles zu fein war, nun noch einmal in ‚meinem‘ Kiez begegnet bin wie schon am 9. April (wovon ich hier Zeugnis ablegte), glücklicherweise wieder unterstützt vom flitzeroten Fahrrad, das auch diese Begegnung mir leicht machte, habe ich einen gefragt, der’s wissen muss.

Ja, die ist doch hierher gezogen. Nicht dorthin, wo sie hingehört: mindestens nach Kreuz-, passender noch nach Prenzlauer Berg.

Irgendwann werde ich der, die hier nicht hergehört, sondern in die Eigentumsetagen des Prenzlauer Bergs, mindestens ins Einzugsgebiet der Markthalle 9 – irgendwann werde ich der und wird die mir gegenüberstehen, ich dann ohne flitzerotes Fahrrad, auf dem ich an der vorbeiradeln, und die dann ohne Baum, hinter dem sie sich wegducken kann.
Vermutlich wird die dann ihr Normalo-Spielchen mit mir zu spielen versuchen: „Ach, hallo! Na, das ist ja ein Zufall – sowas aber auch! Wie geht’s dir denn? Und was machst du so?“

Ich bin nicht mehr normal.
Ich muss für eure Normalo-Spielchen keine Silbe mehr verschwenden. Und keinen Atemzug. Und ich darf mich vor ihnen und euch ekeln.

{ Und ich denke daran: 00 Nö sehr klein . Das darf. Ich muss nichts mehr. }

Krähenpost 6

01 Krähenpicken klein für Sequenz
Jetzt argumentieren die Moralkeulen-Bewaffneten damit, dass einem durchschnittlich mit 82 Jahren an/mit Covid19 Sterbenden im Schnitt fünf bis 13 Lebensjahre „verloren“ gehen (was Statistiker ganz neu herausgefunden haben wollen, aha aha; wie war das gleich noch mit der „Statistik“?).
Und noch dazu tun sie das zum Beispiel unter der Überschrift „Kein Leben ist weniger wert
(https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/coronavirus-boris-palmer-1.4894201).

Mir kommt nur noch die Galle hoch ob dieser Verlogenheit!

1.
Ab 82, 83 Jahren wird das Leben extrem beschwerlich, ist es nämlich tagtäglich mit Schmerzen verbunden (vor allem mit Schmerzen des Bewegungsapparates; im Falle von chronischen Krankheiten überdies mit Organschmerzen, im Falle von Krebs zusätzlich mit Behandlungs- und Körperschmerzen) und durch gravierende Einschränkungen belastet (massiv abnehmend: Seh- und Hörvermögen, Konzentration, Bewegungsradius, Reaktionsgeschwindigkeit, überdies Isolation, weil die Freunde schon gestorben sind, Demenzsymptome etc. – alles nicht mehr wirklich kompensierbar!). Ich kenne keinen über 80 Jahre alten Menschen, der das nicht beklagt.
Doch die Moralkeule tragende Presse spricht nur von „fitten 80-Jährigen“, die nun um rund 10 Lebensjahre gebracht würden. – Welche Verlogenheit.
NEIN: Keine Verlogenheit, das ist wieder einfach nur Verdrängung dessen, was ist. Nämlich, dass „Altwerden nichts für Feiglinge“ ist, wie ein Buch von Joachim Fuchsberger heißt (das ich allerdings nicht gelesen habe; mir haben aber mehrere über 80 Jahre alte Menschen von ihrer Lektüre erzählt und den Titel mit ihrer eigenen tagtäglichen Erfahrung bestätigt).
Altwerden ab 80 heißt: Tagtäglich Schmerzensqual, extreme Einschränkungen und sogar Erniedrigung (spätestens dann, wenn man zum Pflegefall wird).

2.
Durch unsere 1.-Welt-Corona-„Maßnahmen“ sorgen wir dafür, dass in den anderen, den ‚hinteren‘ Welten, Millionen von Kinden sterben werden und Milliarden von Menschen insgesamt. – Aber nicht etwa an Covid19, nein nein!
Sie krepieren, weil wir den unseligen, von uns etablierten Welt-Markt nun mal eben zusammenbrechen lassen durch unsere Corona-Maßnahmen: Ihretwegen, also unseretwegen werden diese Milliarden Menschen verdursten und verhungern oder sich und ihre Familien suizidieren, weil sie nicht das geringste Bisschen an Zukunftsoption noch sehen können.

Und dann schreibt irgendsoein dumpfbackiger moralkeulenschwingender Journalisten-Mensch am 1. Mai 2020 einen Kommentar in der Internet-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung von 18:12 Uhr tatsächlich mit dem Titel: „Kein Leben ist weniger wert“, und flötet dort etwas davon vor, dass dem hiesigen 82-jährigen Corona-Toten ja im Schnitt glatt 5-13 supidupitolle Lebensjahre genommen worden seien.

Was für eine unintelligente, verlogene und egomanische Spezies Homo sapiens sapiens ist, zeigt sich aktuell wieder tagtäglich tausendfach.

{ Ich denke daran: 00 Nö sehr klein . Das darf. Ich muss nichts mehr. }

Krähenpost 5, in eigener Sache

Die beste aller Freunde und Freundinnen hat geschrieben.
Sie schrieb nur Liebes. Ich hab’s gelesen.

Ich merke durch solche Lektüren:
Fern bin ich von den Lebenswelten aller Menschen, die ich kenne.
Ich bin im Witwesk.

Und „Corona“ lässt mich das wieder einmal ganz klar sehen: Ich habe mit den Menschen kaum noch etwas gemein.
Das ist ja eigentlich paradox: Nun sind doch alle „kontaktverboten“ und „ausgangsbeschränkt“ und viele in staatlich verordneter Zwangsarbeitslosigkeit.

– Dennoch erlebe ich, dass alle Menschen, die ich kenne, tagtäglich physischen Menschen-Kontakt haben: zu ihren Lebenspartnern oder innerhalb ihrer Familie; und ich erlebe, dass alle Menschen, die ich kenne, ihre „Ausgangsbeschränkungen“ mit Solo-Sporteln oder mit Paar- oder Familienspaziergang absovieren; und ich erlebe, dass entweder alle noch weiterarbeiten und ihr Gehalt beziehen dürfen oder durch eine „Corona-Maßnahme“ Geldsegen erhalten.

Ich darf und habe nichts von alledem.
(Außer dem Solo-Sporteln – und selbst da muss ich nun ja höllisch aufpassen, dass mir keine glückliche Familie auf dem Iron-Widow-Parcours in die Atemluftbahn gerät, obwohl ich meine womöglich viruskontaminierte Atemluft beim Rennen schon seit „Corona“-Beginn familienfreundlich in der Dämmerung ausstoße, wenn all diese glücklichen Familien nicht mehr im Park unterwegs sind und ich das Risiko eingehe, mangels Licht über Steine, Dreck oder einfach das Dunkel zu stolpern und mal wieder auf die Fresse zu fallen und mir wieder einmal irgendeinen oder mehrere Knochen zu brechen. Auf dass all die glücklichen Familien und Coronaertüchtigungsspaziergangspaare weiterhin glücklich bleiben dürfen, nicht wahr?)

Ich habe nichts von alledem, was dieser vollkommen durchgeknallte Staat derzeit noch gestattet:
Ich habe
– keinen physischen Kontakt zu einem Menschen „im gemeinsamen Haushalt“ (von einem geistigen Kontakt zu schweigen);
– keine geteilten Spazier- oder sonstigen Ertüchtigungsgänge;
– und kein Geld.

Aber die Deutsche Rentenversicherung Bund hat meinen Rentenversicherungsbeitrag auf mein coronabedingt nicht vorhandenes April-Honorar von meinem leeren Konto einfach abgebucht und nie auf meine vor vielen Wochen postalisch gestellte Bitte, das nicht zu tun, reagiert.
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

00 Nö klein
[Das bleibt: Ich habe diese Option! Und ich habe sie jetzt wieder sanft gemacht.]

Krähenpost 4

Heut bilderlos.

Jetzt darf ich nur noch mit „Maske“ leben (denn ohne „Maske“ darf ich das Lebensnotwendige nicht mehr erwerben: Ohne „Maske“ kein Brot mehr, kein Obst und kein Wasser).

Danke, liebe Welt! Das ist wundervoll.
Denn es heißt, dass solche wie ich nicht mehr leben dürfen.

– Natürlich erschießt du, liebe Welt, mich und meinesgleichen nicht sofort; aber du wirst uns „festsetzen“, gerichtlich verurteilen und dann irgendwann entsorgen (also doch erschießen oder anderweitig entfernen), weil wir deiner Masken-Verordnung nicht nachkommen, die eine Ausgeburt deines Wahnsinns, deiner Todes-Ängste und deiner allgemeinen Paranoia ist.

Ich wünsche mir so sehr: Mach mal, liebe Welt! Stell mich an die Wand, damit du deinen 85+-Jährigen noch ein, zwei Monate oder Jahre mitsamt ihren Qualen länger gewähren kannst (zumindest den 85+-Jährigen, die darum bei Dir, lieber Welt, ersuchen).
Liebe Welt, liebe Corona-Maßnahmen-BefolgerInnen, also kurzum: Liebe Block/gwarte und Block/gwärterinnen: Macht doch bitte einfach kurzen Prozess mit mir! Denn:
• Ich WILL keine Maske tragen (und trage nur ein Seidentuch).
• Ich weiß, dass wir Menschen sterben (ich habe den Lebensmenschen mitsamt seinem Tod im Arm gehalten, als er knapp 47 Jahre alt war, und ich habe außer ihm noch mehrere andere Menschen tot gesehen, geküsst und beweint).
• Ich finde Eure ganze Todespanik und Todesverdrängung, die Ihr nun betreibt und deshalb alle Menschenrechte aushebelt, einfach nur pervers. Wisset: IHR WERDET STERBEN! Wie alle. Und das ist gut so!!!

Und jetzt könnten vielleicht bitte wieder die Menschenrechte in Kraft gesetzt werden, nachdem Ihr die mal eben so ausgesetzt habt!
Und jetzt könnte vielleicht bitte wieder die Vernunft zurückkehren. Und die Tatsache, dass wir Menschen sterben. Und dass wir es statistisch meist zwischen unserem 80. und 87. Jahr tun. Und vielleicht dürfen wir dann ab jetzt wieder einfach an einem neuen Grippe-Virus sterben, so wie zigtausend Menschen alljährlich an einem neuen Grippe-Virus sterben, Jahr für Jahr.
Und vielleicht verhindern wir, wenn wir uns nun endlich wieder sterben lassen, dass Milliarden von Kindern in den sogen. Entwicklungsländern an unserer first-world-Todes-Panik krepieren müssen.

Wir nämlich dürfen sanft sterben: mit Morphium. Auch und gerade, wenn unsere Lungen versagen.
Diese Kinder aber dort, in der sogenannten unterentwickelten Welt, die krepieren einfach. Ohne Medikamente. Ohne Schmerzmittel. Ohne Arzt. Und wenn wir so weitermachen, zu Millionen – an uns.

Bitte, könnte die Menschenwelt wieder zu ihren menschlichen Maßstäben zurückkehren, die sie so mühselig entwickelt hat, und die bis vor etwa zwei Monaten walteten, mancherorts, so auch hierzulande? Bitte!

Krähenpost 3

01 Krähenpicken klein re

Heute: Zufriedenes Krächzen.

Der witweske Eisbär hat erstmals im Witwesk Kartoffelsalat gemacht. Und zwar nicht diese Berliner Mayo-Pampe – nein: den des Lebensmenschen, den süddeutschen, mit Öl, Essig, Gemüsebrühe, Zwiebel und Speck.
Es gibt eine Sammlung von Familien-Rezepten, die der Lebensmensch anzulegen begonnen hatte; darin findet sich auch diese Köstlichkeit.
Stets hat er den Salat für uns zubereitet, ich habe hie und da ein bisschen zugesehen (und nachdem ich ihn das erste Mal probiert hatte, habe ich meinem typischem Berliner Familienrezept ein für alle Mal abgeschworen).

Lange schon wollte ich des Lebensmenschen Kartoffelsalat wieder einmal essen.
Doch es war bisher sein Rezept, sein Salat und seine Aufgabe, ihn für uns zu machen. Jetzt gibt es bekanntlich weder ihn noch uns. Und so hat es neuneinhalb Jahre gedauert, bis ich es wagen konnte.

Der Mitbewohner schnuppert ganz entzückt.
Der Eisbär sitzt mit ausgestreckten Beinen und dickem Bauch auf der Scholle und brummt honigsüß.
Und die Krähe krächzt zufrieden.
– Das ist doch mal ein Tagesende!

Krähenpost 2

01 Krähenpicken klein für Sequenz

Dass die Gattung „Mensch in Industrienation“ (auch Finanzindustrienationen) nun vollends verrückt geworden ist, weil sie den Tod ums Verrecken abzuwehren versucht, ist für mich mittlerweile unstrittig. Ich diskutiere da nicht mehr.

Ich sitze mir weiterhin als Krähe auf der Schulter.
Und sehe zu.
Diesem vollends entgleisten Treiben all dieser Milliarden von Menschen.

Ich sehe zu:
All diesen SchamanenCoV2.0.:
den Virologen, Epidemologen, Pulmologen, Pathologen und sonstigen „Wissenschaftlern“ (sorry, es sind ja fast alles nur Männer, drum verkneife ich mir die Nomina im Femininum) , die entweder nie begriffen oder nun vergessen haben, was „Wissenschaft“ heißt (nämlich: dass Wissen nichts sicher Verfügbares ist, keine Wissen-keit, -heit, -ung, sondern etwas, das hergestellt, das stetig geschaffen werden muss. Und beim Wissen – anders als zum Beispiel bei Mutter- oder Vaterschaft – nicht nur einmal, sondern immer wieder und wieder und wieder, und wieder neu.).

Ich sehe zu:
All diesen StammeshäuptlingenCoV2.0.:
den PolitikerInnen und sonstigen Staatsfuzis, die munter Entscheidungen auf der Grundlage des SchamanenCoV2.0.-Knochenwürfchens und -Blätterrauchens treffen und unbekümmert Menschenrechte und das Grundgesetz begraben, blindlings dem Faschistischen Charakter wieder aufhelfen, und sich ansonsten – vom eigenen Machtrausch offenbar besoffen – in Duodez-Fürstentümer-Dekreten ergehen.

Ich sehe zu:
All diesen PostillonenCoV2.0.: den JournalistInnen, die rasant und gänzlich ungebremst von Verstand oder auch nur von Vernunft im Sekundentakt in ihr klebrig-weltumspannendes Netz hinausposaunen, wie viele Menschen zum Beispiel heute in der Stadt X gestorben sind – und dabei verschweigen, wie viele Menschen täglich normalerweise in der Stadt X sterben; und dabei verschweigen, dass die heutigen Toten fast alle sehr alt und sehr lange schon sehr krank waren; und dabei verschweigen, wie viele jüngere oder gar junge Menschen heute gestorben sind, weil die leeren Krankenhäuser für die verboten sind; und dabei verschweigen, wie viele Menschen heute den Gedanken gehabt haben, sich und ihr Leben aufzugeben, weil sie nicht mehr arbeiten dürfen in dem Beruf, für den sie lange Jahre gelernt haben, und mit dem sie sich und oft noch andere Menschen ernähren; und dabei verschweigen, dass jeder Mensch irgendwann stirbt.

Ich sehe zu:
All diesen Blockwarten und BlockwärterinnenCoV2.0., die nun aus sich selbst hervorgekrochen kommen und in denen ihre Groß-, womöglich gar Urgroßeltern fröhliche Urständ feiern. Und die jederzeit mich anzeigen werden:
Ab dem 27. April herrscht im ÖPNV in Berlin die Pflicht, „Mund-Nase-Schutz“ zu tragen. Ich habe da einen lange anberaumten Zahnarzt-Termin, es geht nach Jahrzehnten erstmals wieder um etwas Großes&Teures, und die Praxis ist für’s flitzerote Fahrrad zu weit weg. Vorhin habe ich mir testhalber eins meiner ewig nicht mehr getragenen Seidentücher vor’s Gesicht gebunden: Da ist verdammt schlecht Luftholen!

Also denunzieren mich vielleicht ein paar der BlockwartendenCoV2.0. da am kommenden Montag.

Und wer weiß: Vielleicht haben wir ja demnächst auch die ersten „Nase-Mund-Schutz“-Erstickungsopfer. Womöglich häufen sich bald auch die Erstickungsanfall-Panik-Attacken.
Aber für all die ist ja kein Rettungswagen und keine Notfallstation und kein Krankenhausbett mehr frei.
Muss doch alles für „Corona“ und unsere multimoribunden 85-Jährigen vorgehalten werden, für die mittelalten Adipösen mit Herzkrankheit und Bluthochdruck, für die alterslosen RaucherInnen mit COPD, und für die wenigen jungen Menschen, die auch ohne „Corona“ immer an irgendetwas sterben [tja, stellt Eur vor: Das passiert jeden Tag! Ich kann es bezeugen], so wie wir alle irgendwann an irgendetwas sterben (da hilft alles Betten-Vorhalten nichts – und das ist gut so!).

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Ich habe es damals gespürt. Es war ein Fehler. Dass ich 2018 erstmals ein Opern-Abo für die Saison 2019/20 gekauft habe (und im Jahr darauf für die diesjährige). Es war ein Fehler. Kein Mensch mit meinen Erfahrungen sollte jemals derartig weit in die Zukunft hinein planen: mehr als ein ganzes Jahr – niemals! Eine Woche ist schon zu viel!

Ich habe damals darüber nachgedacht, spürend, dass es ein Fehler ist. Und ich habe damals den zweiten Fehler begangen, mich tatsächlich darüber zu freuen, dass ich es tat, dass ich dieses Abo kaufte, dass es mir acht Jahre nach dem Tod wieder möglich geworden war, daran zu „glauben“, dass ich in einem Jahr und drei Monaten noch leben würde.
Alles falsch. Alles lächerlich. Alles geschehen. Ich sehe es, mich, da so von meiner Schulter aus, lege den Kopf schief, krächze verhalten und fliege davon, wissend, dass ich auch den nächsten Fehler begehen werde.
Bis zum Ende.

Krähenpost (und akuteller Bamf-Irrsinn im PS)

93 Krähenpicken
Wieder einmal sitze ich mir auf der Schulter, das kenn’ ich ja. (Ich bin immer ganz froh, wenn es in solchen Phasen endlich geschieht.)
Und betrachte das, was sich wohl wieder einmal als blinder Aktionismus erweisen wird.

Diesmal:
Die Witwe versucht sich in „online-Unterricht“, DaZeln via Internet und Videoplattformen / digitalen Lehrwerken / learningtools / Kabelsalat / Bamf-Dokumentationsirrsinn / screenshooting und dergleichen mehr.

Seit Tagen schon teile ich mir meinen Frühjahrsputz mit youtube-„Tutorials“ zu „virtual classrooms“, mit „Webinaren“ über didaktische Aspekte des online-Unterrichts, mit Selbstversuchen im Umgang mit diesen Plattformen – und sitze mir dann und wann inmitten all dieser Hektik auf der Schulter als die Krähe, die ich auch bin. (Präzise seit einem Tag im August 2010, als der Lebensmensch und ich aus der Praxis eines schafsgesichtigen Onkologen kamen, der all unseren bisherigen Arzterlebnissen die Krone aufsetzte. Ich musste da dringend aus meiner mit dem geteilten Lebensform als sogenannter homo sapiens sapiens raus, und das Krähentum fiel mir zu.)
Und blicke und picke und wackle mit dem Kopf, halte ihn dann wieder starr wie meinen Blick, der auf all dieses TUN gerichtet ist, das ich (und unzählige Andere) da gerade veranstalten.

Irgendwann folgt immer mein Krächzen und dann fliege ich auf, weg.

Ach so, vielleicht noch ein Wort zum ‚Grund‘ dieses online-Treibens der Witwe:
Die Renten- und die Krankenversicherung weigern sich weiterhin standhaft, meine Beitagszahlungen auszusetzen, die ich auf meine DaZel-Honorare zahlen muss, welche nun aber komplett ausbleiben wegen des staatlich verhängten Berufsverbotes in Gestalt auch der Erwachsenenschulen-Schließungen.
Um die Renten- und Krankenversicherungsbeiträge weiterzahlen zu können, die auf meine jetzt seit einem Monat nicht vorhandenen Unterrichtshonorare anfallen, muss ich irgendwie zu Geld kommen. Wenn ich nun so einen 4-Wochen-Kurs zusammen mit meiner Kollegin übernehmen könnte, reichte das nicht ganz für die Sozialversicherungsbeiträge, die seit dem Corona-Berufsverbot angefallen sind und weiter anfallen. Aber ich müsste dann nicht allzu sehr an den Witwensparstrumpf (der ist kurz).

Und wieder ein Krächzen und ein Flügelschlag.

[PS: Übrigens hat das Bamf jetzt erlaubt, dass Integrationskurs-Lehrkräfte die vhs-Lernplattform als Corona-Ersatzmaßnahme für ihre Kurse nutzen – und das ist echt irre: Denn da kann man nun pro Woche für etwa fünfstündigen Aufwand 350 Euro vom Bamf abgreifen … – jenem Amt, das doch im Normalbetrieb uns akademische und zusatzqualifizierte soloselbständige Lehrkräfte bezahlt wie Regalauffüller im Supermarkt (nur dass wir natürlich auch in Corona-Zeiten nicht systemrelevant sind).
Ich mache das nicht. Und mein Träger macht da auch nicht mit. – Da bin ich ausnahmsweise mal froh, denn dieser vhs-Integrationskurs ist ja gut und schön (und leider auch reichlich fad und bieder und ziemlich tot), aber ein reines Zusatzangebot für Einzel-LernerInnen neben dem Präsenzunterricht: Kein Videotreffen mit den anderen aus dem Kurs ist dort möglich, kein Chat, kein gar nix. Nur Übungen ab- und ab- und abarbeiten im Einzelkämpfermodus ohne jeglichen Egoshooter-Spaß. – Und die Lehrkraft, die nur etwa 2% der Übungen korrigieren muss, weil der Rest durch Algorithmen korrigiert wird, kriegt jetzt 350 Euro pro Woche. Vom Bamf! – Heilige Corona-Zeiten.
Wie gesagt: Ich und mein Träger machen da nicht mit. ‚Wir‘ machen richtigen online-Unterricht per Video-Plattform. – Jedenfalls sofern der Träger bereit ist, von seinem nur ihm geltenden Bamf-Zuschuss in Höhe von 600 Euro für 4 Wochen pro Corona-Kurs [sic!] uns Lehrkräften die 12 Euro im Monat für den Zugang zur Video-Plattform zu zahlen; aber vermutlich müssen wir auch die wieder von unseren 35 €/h-Honorar {immer minus rd. 50% Sozialversicherungsbeiträge und Steuern] selbst bezahlen.]

Distanz

256 Aber es wird doch alles gut!
Wenn ich der überregionalen Presse Glauben schenke, dann leuchtet wieder neongrell die Distanz zwischen dem Witwesk und dem „normalen Leben“ auf:

• Während ich stets bis Anfang April die Steuererklärung des vergangenen Jahres fertig haben muss, weil mir die Rentenversicherung sonst die Witwenrente streicht, wird nun all den Sars-CoV-2-Ausgangsbeschränkungsgeschädigten empfohlen, als Beschäftigungstherapie doch die Steuererklärung in Angriff zu nehmen (die offenbar die meisten davon nicht selbst machen, weil sich in der Presse gleich noch massenweise Ausfülltipps finden).
• Während ich seit neun Jahren immer um Ostern herum den Frühjahrsputz erledige, weil dann oft die Sonne scheint und ich nicht mehr aus den Fenstern sehen kann; weil ich kein Geld für eine Putzkraft habe; weil an Ostern alle wieder ganz besonders ‚in Familie‘ unterwegs sind, die ich ebenfalls nicht habe, wird nun all diesen Sars-CoV-2-Ausgangsbeschränkungsgeschädigten empfohlen, als Beschäftigungstherpie doch mal einen Frühjahrsputz (selbst) in Angriff zu nehmen.
• Während ich Freude höchstenfalls zweimal im Quartal treffe, und es sich nunmehr noch um exakt zwei Freunde handelt, weil der Rest sich als Täuschung erwies, und diese Treffen dann meistens bei mir stattfinden, weil Ausgehen in der Witwenkasse nur ein winzig kleines Budget hat, wird nun all diesen Sars-CoV-2-Ausgangsbeschränkungsgeschädigten empfohlen, ihre Sozialkontakte, statt sie zwei- / drei- / viermal wöchentlich in Restaurants, Clubs, Kinos oder ähnlichen Orten zu kontaktieren, via Zoom-meeting um den heimischen Herd zu versammeln, gemeinsam zu videokochen und zusammen zu videoessen (natürlich nur gelieferte Lebensmittel).

Wenn ich lese, wie „die Welt“ jetzt so tickt, all diese „normalen Menschen“ mit ihren „normalen Leben“, die nun so ge- und verstört sind, dann sehe ich schlicht nur wieder einmal die Distanz zwischen dem Witwesk und all denen da in ihren normalen Leben (und das ist nichts anderes als der statistische Durchschnitt; aber irgendwie können den offenbar alle um mich herum erleben).
Die meisten haben auch in Sars-CoV-2-Zeiten Menschen um sich und sind ein Mensch, der um Menschen herum ist.
Ich indes bin allein. (Und ich habe mir das nicht ausgesucht.)

~ ~ ~
Ja, ich weiß: Das hat seine Vorzüge.

Die zu erkennen, fällt mir allerdings immer noch oft schwer.
Doch einen sehe ich. Und weil ich allein bin, muss ich von dem keinem mehr erzählen.

Mal wieder Wegducken vor dem witwesken Eisbären, ganz coronafrei

255 Wegducken

Heute habe ich eine ehemalige Kollegin aus Leben # 1 gesehen – vor ‚meinem‘ Buchladen (in dem ich fast nichts mehr kaufe, seitdem ich im Witwesk bin, denn hier sind für den Eigenbedarf nur Bücher aus dem modernen Antiquariat bezahlbar), also etwa 50 oder 70 Meter von meinem Wohnhaus entfernt.

Es handelt sich um eine, die damals wie fast alle KollegInnen nur ihr eigenes Süppchen kochte, als es unserem Institut an den Kragen ging durch jene Professorin, die überall außer in eigener Sache verbrannte Erde hinterließ, was mir jemand aus einer von dieser Professorin zuvor verbrannten Region in der Schweiz sagte, als ich ihn auf einer Tagung traf, derweil wir verbrannt wurden. (Zur Erinnerung: Nur ich war so dämlich, gegen die Machenschaften jener Professorin vorzugehen, auch weil mein Prof. mich in den Fakultätsrat geschickt hatte – und ich mich da reinschicken ließ, da klar war, dass es ums Überleben gehen würde. ~ Meingott, war ich mal naiv!)
Es handelt sich um eine, die damals wie alle KollegInnen unseren Tod irgendwann aus der Ferne mitbekam (theoretisch müssen sie auch unser Sterben zuvor schon mitbekommen haben, denn ich war ja ewig nicht mehr am, übrigens damals ja selbst als Verbrennungsopfer sterbenden, Arbeitsort – doch falls sie davon Kenntnis hatten: Ich weiß davon nichts. Sie haben alle geschwiegen, sie haben sich alle weggeduckt).

Jene Kollegin hat Karriere gemacht, da so mit dem eigenen Süppchen. Ist nun W3-Prof.
Und wohnt hier nicht! (Bislang.)
Hat sich hierher hoffentlich nur auf einem dieser Corona-Ertüchtigungsgänge verirrt.
Und ist jetzt hoffentlich nicht hierher umgezogen! Denn:

Ich möchte die nicht noch einmal sehen.
Warum?
Deshalb:
Ich kam auf dem flitzeroten Fahrrad von einer Briefabgabe beim Finanzamt (ja, auch mal wieder in witwesken Dingen zwecks Belegen dort ‚hinzitiert‘ – bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 13.812 Euro; aber ich wiederhole mich schon wieder) – kam also auf dem flitzeroten Fahrrad angeradelt und musste mich auf ein Auto konzentrieren, das vor mir ungeschickt eine Parkbucht ansteuerte. Währenddessen, genau auf Höhe ‚meiner‘ Buchhandlung, blickte ich kurz nach rechts – da war die Ex-Kollegin.

Ich weiß ja, was dann kommt.

Also sah ich ausschließlich wieder auf das mühselig einparkende Auto.
Im Augenwinkel aber, da sah ich das, was in solchen Fällen immer kommt: Die Ex-Kollegin hatte nun auch mich gesehen
und duckte sich hastig hinter den Baum vor ihr.

Ja.
Das passiert immer, wenn man mir als irgendein Ex-Kollege aus Leben # 1 noch aus dem Weg gehen kann:
Die ducken sich weg vor mir, hinter Bäume, Häuserecken, Ladenregale und was dergleichen mehr zum Wegducken taugen mag (da hab ich vieles schon erlebt).

Tja,
– das passt dann doch zu unseren Corona-Zeiten, stelle ich gerade fest:
Vor dem Tod ducken sich fast alle weg.

Aber seid versichert, er findet auch Euch.

Bilderlos, angesichts des uns durch Virologie und Politik zunehmend ausgetriebenen Sterbens und Todes

Heute las ich in der FAZ, dass die ganzen hochbetagten Toten in Norditalien, die offiziell laut virologischem Statusbericht an Covid19 gestorben sein sollen, vielleicht an ihrer Behandlung gestorben sind.

Ein Lungenfacharzt (Dr. Thomas Voshaar, Klinikum Bethanien, Geschäftsführer der Westdeutschen Gesellschaft für Pneumologie) berichtet in dem Interview darüber, wie kompliziert invasive Beatmungen sind und wie schnell die zum Tode führen können, wenn sie „unsachgemäß“ – also zum Beispiel durch corona-notfallmäßig eingesprungene Augenärztinnen oder Gynäkologen – durchgeführt werden.
(Leider wieder hinter einer Paywall, die aktuell aber ausgefallen ist:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/beatmung-beim-coronavirus-lungenfacharzt-im-gespraech-16714565.html?premium)

„Für Patienten ist eine invasive Beatmung grundsätzlich schlecht.[…] Von den beatmeten Covid-19-Patienten haben [weltweit] bislang leider nur zwischen 20 und 50 Prozent überlebt. Wenn das so ist, müssen wir fragen: Liegt das an der Schwere und dem Verlauf der Erkrankung an sich oder vielleicht doch an der bevorzugten Behandlungsmethode? Als wir die ersten Studien und Berichte aus China und Italien lasen, fragten wir uns sofort, warum dort so häufig intubiert wurde. Das widersprach unseren klinischen Erfahrungen mit viralen Lungenentzündungen.“

Wieder einer der „Experten“. – Okay.
Die anderen behaupten ja nunmehr, dass Atemschutzmasken hülfen, was sie vor kurzem noch massiv bestritten haben.

Könnten all diese „Experten“ jetzt vielleicht allesamt einfach mal sagen, dass sie auch schlicht nichts wissen über das, was da nun vielleicht ist oder auch nicht ist !? – Danke!

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Ich sehe mir das aktuelle Treiben der Gattung „Mensch“ an und mein Ekel wird von Tag zu Tag größer. Soviel moderner Hexenzauber, um sich einzubilden, dass man den Tod abwehren könne:
Hochbetagte dürfen jetzt nicht mehr sterben.
Und wenn sie es doch tun – vielleicht mithilfe einer neuen Atemwegserkrankung, die sich dann auf ihre ganzen jahrealten Todesgebrechen einfach aufsetzen würde –, müssen sie es jetzt ganz allein tun, das Sterben. Weil keiner mehr zu ihnen darf.

Auch zu denen, die – gleich, welchen Alters – altbekannte Tode sterben, darf vielerorts niemand mehr. { Wenn der Lebensmensch und ich jetzt in dieser Zeit durch den Krebs hindurch müssten – ich-stehe-gedanklich-still-davor: Keine oder kaum noch Besuche sind aktuell in den Krankenhäusern erlaubt. Wir hätten unter diesen Bedingungen die erste OP-Komplikation nicht überlebt. – Falsch: Wir wären vermutlich nicht einmal bis zur Aufnahme gekommen. ~ ~ ~ Das ist das Gute an einem Tod vor dem Covid19-Irrsinn! }

Und so sorgen all diese „Corona-Maßnahmen“ dafür, dass die Gattung „Mensch“ ihr Ende: Sterben und Tod, noch mehr abwehrt, noch mehr verdrängt, noch mehr aus dem „Leben“ verbannt als ohnehin schon:
Im Corona-Jetzt gilt:
Opi/Omi/Mami/Papi stirbt. Irgendwie. Irgendwo. Opi/Omi/Mami/Papi is tot. Irgendwo. Opis/Omis/Mamis/Papis Sarg wird beerdigt. Irgendwann. Irgendwo und vielleicht nach vorheriger Einäscherung. Und irgendwann wird mir Hinterbliebener/m irgendwo vielleicht die Genehmigung erteilt, das Grab zu besuchen.
Was mir als Hinterbliebener/m dann ein für alle Mal fehlen wird, ist DAS STERBEN, also der Übergang in den Tod, und der Tod selbst: das zu sehen, wird mir als hinterbliebenem Menschen ein für alle Mal fehlen.

Aber so wollen es ja alle – Virologen und Epidemiologen (man sehe mir nach, dass ich da aufs -Innen verzichte: es sind so wenige Frauen nicht nur in dieser Wissenschaftler-Spezies vorhanden) und PolitikerInnen.
Die alle ‚wollen‘ (völlig unbewusst wie wir alle), dass wir als Gattung das Wissen um unser Sterben und unseren Tod endgültig verlernen.

~ ~ ~

Ich habe meine Musik-Tickets vom Kühlschrank genommen. Angeblich werden sie in Gutscheine umgewandelt. Die sollen einstweilen bis Ende 2021 gültig sein.
Ich gehe davon aus, dass bereits Mitte 2020 etliche der Orchester, EinzelinterpretInnen, Chöre, Ensembles und Spielstätten krepiert sein werden – nicht am „Virus“, sondern an den „Anti-Virus-Maßnahmen“, also an des Menschen Angst vor seinem bislang immer noch naturgemäßen Ende.
Zur Erinnerung: Dieses Ende heißt bis heute: „Tod“.

Und bis heute sterben die Menschen und sind dann tot.
Und das ist gut so.